14. Forum-Europrofession | 18.bis 19. November 2008

Handel und Nachhaltigkeit

Im Zuge des Bestrebens, das Thema „Nachhaltigkeit“ auch im Handel (als Mittler zwischen Hersteller und Verbraucher) zu verankern, hatte die Stiftung Europrofession dazu eingeladen, mit ausgewählten Experten über

  • Ziele und Entwicklungsstand der Initiative „Mut zur Nachhaltigkeit“
  • Anforderungen an die globale Wirtschaftsentwicklung
  • Modelle und Projekte in den Bereichen
    • Personalmanagement
    • Beschaffung und Logistik
    • Marketing und Vertrieb
  • Chancen einer globalen Koordinierung von Aktivitäten

zu diskutieren.

Der Weg in eine nachhaltige Entwicklung und die Sensibilisierung für ein verantwortungsvolles Handeln im Ungang mit unserer Erde kann nur durch Information und Bildung realisiert werden.

Die Motivation der Stiftung Europrofession zu ihrem Engagement im Rahmen des Projektes „Mut zur Nachhaltigkeit“basiert auf ihrem satzungsgemäßen Auftrag „Förderung beruflicher Bildung“. Die Möglichkeit, über das Forum Europrofession Zielgruppen zu erschließen, zu denen ihre Kooperationspartner in der Initiative „Mut zur Nachhaltigkeit“ keinen unmittelbaren Zugang haben, war mit ausschlag-gebend für die Entscheidung, das Forum Europrofession am 18. und 19. November 2008 unter das Thema „Handel und Nachhaltigkeit“ zu stellen. Wissenschaftler und Praktiker aus Handelsunternehmen und handels-nahen Organisationen waren eingeladen, ihre diesbezüglichen Über-legungen, Vorschläge und konkrete Aktivitäten vorzustellen.
Der Handel hat mit seiner „Mittlerfunktion“ zwischen Herstellern und Verbrauchern eine besondere Verantwortung, der er sich auch mit Blick auf die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit absehbar wird stellen müssen. Vor diesem Hintergrund kann und darf „Handel und Nachhaltigkeit“ nicht als Frage verstanden werden. Vielmehr sollte daraus eine Verpflichtung für alle Akteure im Handel werden.

Für das Kick-off-Meeting am 18. November konnte Klaus Wiegandt, ehemals Sprecher des Vorstandes der METRO AG, gewonnen werden. Klaus Wiegandt ist als Stifter und Vorsitzender der Stiftung Forum für Verantwortung Schöpfer und Motor des Projektes „Mut zur Nachhaltigkeit“. Er berichtete in seinem Vortrag über die Entwicklung der Initiative, die ihren Ursprung in dem von seiner Stiftung im Jahr 2005 durchgeführten Kolloquium „Die Zukunft der Erde – Was verträgt unser Planet noch?“hatte, und die daraus entstandene Buchreihe zur „Zukunft der Erde“.

Zum Auftakt des Forums am 19. November präsentierte Prof. Dr. Bernd Meyer, Universität Osnabrück, seine Überlegungen zu dem Thema „Wie muss die Wirtschaft umgebaut werden?“. Seine Ausführungen machten deutlich, wie gravierend die Veränderungen sein müssten, um den Menschen auf dieser einen Erde auch in 30 Jahren noch lebenswerte Bedingungen zu erhalten.

In weiteren Referaten zeigten Prof. Dr. Christian Scholz, Universität des Saarlandes, Wolfgang Garden, hagebau, Soltau und Dr. Sibyl Anwander Phan-Huy, Coop Schweiz, exemplarisch auf, welche konkreten Schritte in Richtung zu mehr Nachhaltigkeit im Handel heute bereits gegangen werden bzw. in Zukunft notwendig sind. Prof. Dr. Bernd Hallier, EHI EuroHandelsinstitut, Köln, unterstrich in seinem Beitrag die Notwendig-keit eines „Globalen Monitorings“ der Aktivitäten für mehr Nachhaltigkeit im Handel. Dr. Kristian Möller, Foodplus Köln und Leif Barthel, Universität Stuttgart, präsentierten Praxisbeispiele aus der Agrarwirtschaft und der Verpackungsindustrie.

Als Resümee ist festzuhalten, dass einerseits wohl alle zentralen wissenschaftlichen Informationen über die Notwendigkeit gravierender Veränderungen des Verhaltens in Wirtschaft und Gesellschaft vorliegen und auch verstanden wurden, es andererseits bis zu deren Akzeptanz und Umsetzung aber noch ein weiter Weg ist – hoffentlich ein gangbarer! Die Tatsache, dass Vertreter des Handels über konkrete Aktivitäten ihrer Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit berichten konnten, lässt hoffen.

Hier finden Sie die Programmübersicht.